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Desktop Publishing mit dem Schneider Noch vor einigen Jahren war man froh, Microcomputer mit einer Bildschirmdarstellung von 40 mal 25 Zeichen anbieten zu können. Mittlerweile gehört eine Bildschirmauflösung von 80 mal 25 Zeichen fast zum Standard eines Homecomputers. Sogar eine hochauflösende Grafikdarstellung, von der die ehemaligen Pioniere nur geträumt hatten, ist mittlerweile mit jedem Homecomputer zu realisieren. Die modernsten Microcomputer dürften derzeit der Atari ST und der Commodore Amiga sein, welche mit ihren grafischen Fähigkeiten fast alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Aber was nützt die modernste Technik, wenn diese nicht sinnvoll zum Einsatz gebracht werden kann? Aus diesem Grunde hat sich neben der Hardware auch die Software stark verbessert, obwohl sie der eigentlichen Hardware jedoch meist etwas nachhinkt. DESKTOP-PUBLISHING, so heißt das Schlagwort, welches in den letzten Monaten immer mehr an Popularität gewinnt. Was bedeutet DESKTOP-PU-BLISHING eigentlich? Unter diesem Schlagwort versteht man die Möglichkeit, Texte mit Grafiken zu verbinden und nach Belieben zu gestalten, im professionellen Bereich wird Desktop Publishing zum Entwerfen von Werbeseiten, Lageplänen, Gebrauchsanweisungen, Bedienungsanleitungen, Broschüren oder Werbeschriften verwendet, ln den letzten Monaten hat sich diese Anwendung dank neuer Software auch im Hobbybereich etabliert. Zahlreiche Programme sorgen dafür, daß jeder seinen persönlichen Briefkopf, seine eigene Clubzeitschrift oder Schülerzeitung gestalten kann. Für diesen Zweck wurde äuch das neue Programm AMX PAGE MAKER entwickelt. Dieses Programmwird auf einer beidseitig bespielten 3-Zoll-Diskette für die kleinen Schneider-Rechner angeboten. Da das Programm enormen Speicherplatz verschlingt, ist ein CPC 6128 oder eine Speichererweitung von 64kByte sowie natürlich eine Disketten Station unbedingt erforderlich. Wer jetzt glaubt, mit seiner Vortex-Speicherer-weiterung das Programm nutzen zu können, ist leider im Irrtum, denn PAGE MAKER läuft nur mit der DK'TRONIC-Spei-chererweiterung oder kompatiblen Bausteinen. Warum das Programm nicht auf die wesentlich weiter verbreitete Vortex-Erweiterung zugeschnitten ist, ist uns schleierhaft. An Leistung bietet das Programm jedoch fast alles, was auch bei professionellen Page Makern an Funktionen bereitsteht. Texte können vom berühmten Textprogramm TAS-WORD übernommen und an eine bestimmte Stelle plaziert werden. PAGE MAKER arbeitet immer im MODE 2 mit 640 mal 200 Punkten. Da trotz dieser relativ hohen Auflösung nicht die gesamte Druckseite dargestellt werden kann, läßt sich der Bildschirm als ein Fenster auf die Seite verwenden. Bestimmte Teilstücke lassen sich überein sogenanntes ZOOM-Fenster zusätzlich hervorheben und editieren. Interessant ist, daß PAGE MAKER Grafik und Text sehr gut unterscheidet. Das bedeutet, daß der Text nicht beeinflußt wird, wenn man eine Grafik löscht, auch wenn sich eigentlich beides überlagert. Die Steuerung von PAGE MAKER erfolgt wahlweise über Joystick, Tastatur oder AMX Mouse. Leider hatten wir im Test nur den Joystick zur Verfügung, womit sich die Bedienung etwas umständlich gestaltete. Um Funktionen, wie Text laden, Screen laden oder Schreibmodus, zu aktivieren, muß statt der üblichen Feuertaste immer eine Funktionstaste betätigt werden. Dies bedarf sicherlich einer längeren Gewöhnungsphase, im Test kam ich durch das versehentliche Betätigen der Feuertaste sehr oft aus dem gewählten Funktionsmode heraus. Die Bedienung wird wie bei allen modernen Programmentwicklungen durch eine GEM-ähnliche Benutzeroberfläche mit Pull-Down-Menüs und Festem unterstützt.
Vorgefertigte Textbeispiele, Bilder und fertig getaltete Seiten überzeugen von der Leistungs-fähigkeit dieses Programms. Nachteilig machen sich jedoch beim Schneider die doch etwas magere Auflösung sowie die geringe Kapazität der Diskette bemerkbar. Beim durchschnittlichen Arbeiten mit PAGE MAKER kommt man leicht auf ca. 20 Diskettenwechsel pro Stunde. Hat man sich jedoch einmal an diese Nachteile gewöhnt, sc kann man durchaus professionell mit dem AMX PAG E MAKER arbeiten. Inbesondere, weil es bisher noch keine Konkurrenz und damit auch keine andere Alternative gibt. Zahlreiche Schriftarten, Grafik befehle, wie LINE, SPRAY, CIRCLE, u.s.w., sind ebenso vorhanden wie Befehle zum Rotieren, Vergrößern, Verkleinern, Scrollen oder Überlagern von Grafikdateien und Textdateien. Besonders viel Wert wurde auf die Möglichkeit der Textformatierung gelegt. So läßt sich der Text beispielsweise entlang einer kurvenreichen Linie oder sogar innerhalb eines Kreises genau formatieren. Unglaublich, was das Programm hier für Möglichkeiten bietet, insbesondere, wenn man an den alten 8-Bit-Prozessor Z80 denkt.
Frank Brall , ASM |
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