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LOCOMAIL (The Amstrad User)![]() | LocoScript 1.41 und LOCOMail (CPC Amstrad International)![]() |
mehr Komfort für Joyce? Endlich hat auch Schneider eingesehen, daß zu den Standards einer guten Textverarbeitung sowohl eine integrierte Serienbrieffunktion, als auch eine Rechenfunktion im Text gehören. In Großbritannien ist die englische Version schon eine Weile auf dem Markt, nunmehr soll auch eine deutsche Version des guten alten LocoScript erscheinen. In der Version 1.41 enthält LocoScript das Programm LocoMail, mit dessen Hilfe Sie Serienbriefe erstellen und Standardformulare entwerfen können. LocoMail kann sogar rechnen, wenn auch die Rechenoperationen nur begrenzt und leider nicht einfach im Text aufzurufen sind. Bei anderen professionellen Textsystemen ist dies schon seit einiger Zeit Standard. Da mich die Vorabversion erst kurz vor Redaktionsschluß erreichte, gibt es in dieser Ausgabe nur einen kleinen Abriß über die Möglichkeiten, die LocoMail bietet. Beim Durchblättern des recht umfangreichen Handbuches zu LocoMail fiel mir erst einmal positiv auf, daß sich die Übersetzerin des Handbuches vermutlich auch mit seinen Inhalten auseinandergesetzt hat. Auch die Verfasser des Textes haben sich redliche Mühe gegeben, das Wissen um den Umgang mit LocoMail halbwegs strukturiert und in kleinen und leicht verdaulichen Häppchen zu vermitteln. Es gibt anschaulichere Handbücher, doch für Kenner anderer Amstrad-Produkte ist es die reine Wonne, das LocoMail-Handbuch zu lesen und damit zu arbeiten. Wenn Ihnen das Arbeiten mit Loco-Script ein wenig vertraut ist, sind Sie anhand der etwa 35-seitigen Einführung in LocoMail innerhalb einer Stunde in der Lage, einen von Ihnen geschriebenen Serienbrief mit einer von Ihnen erstellten Adressdatei zu mischen und auszudrucken. Ganz nebenbei haben Sie dann auch gelernt, wie Sie sich einen Standardtext erstellen können, den Sie bei Bedarf dann mit geringfügigen Änderungen wie Datum, Zahlen- oder Wertangaben oder anderen Variablen immer wieder verwenden können. Im zweiten Teil des Handbuches wird es dann ein wenig komplizierter. Das Handbuch beschäftigt sich zwar auch hier lediglich mit dem Entwerfen eines Formtextes sowie dem Erstellen und Pflegen einer Daten/Adressdatei, doch sind die Angaben und Hinweise hier wesentlich detaillierter. Sie werden mit Sicherheit mehrere Versuche starten müssen, bis Ihnen der Bildschirm das gewünschte Ergebnis zeigt. Wenn man dem Handbuch Glauben schenken darf, können Sie auch Datendateien in Ihre Standardtexte einfließen lassen, die nicht mit LocoScript erstellt wurden. LocoMail ist also in der Lage, Daten aus ASCII-Dateien zu verarbeiten, die sie z.B. mit Ihrem Auftragsbearbeitungsprogramm erstellt haben. Dies erfordert jedoch mehr Aufwand, als eben einmal so ins Handbuch zu schauen und eine Stunde später einen Rundbrief auf die Reise schicken zu können. Bevor Sie sich mit Teil III des Handbuches beschäftigen, sollten Sie sich Ihre hoffentlich vorhandenen Programmierkenntnisse ins Gedächtnis zurückrufen. In Teil III wird es zwar sehr interessant, doch leider auch zu kompliziert für einen »Nur Anwender« . Die Möglichkeiten von LocoMail, die hier in Teil III erklärt werden, sind vielfältig und verlockend. Sie können das Programm anweisen, z.B. nur bestimmte Adressen einer Daten/Adressdatei zu verwenden. Sie haben die Möglichkeit, Teile eines Standardtextes nur unter bestimmten Bedingungen zu verwenden und ansonsten auszulassen. Die Möglichkeiten der Verknüpfung zwischen Daten-/Adressdatei und Formtext bzw. — je nach Aufgabenstellung - bestimmten Teilen des Formtextes mittels LocoMail-Anweisungen erscheinen schier unerschöpflich. Besonders gut hat mir die Möglichkeit gefallen, daß LocoMail numerierte Absätze mit neuen Nummern versieht, wenn einer dieser Absätze aufgrund einer Verknüpfungsbedingung nicht ausgedruckt wird. Sie können mit LocoMail-Anweisun-gen auch »selbstrechnende« Formulare und Rechnungen erstellen, müssen sich jedoch darüber klar sein, daß sich das nur dann lohnt, wenn Sie einige hundert Rechnungen bewältigen müssen. Bei kleineren Mengen würde ich Ihnen empfehlen, die Finger von »selbstrechnenden« Formularen zu lasssen und zum Abacus oder Ihrem Taschenrechner zu greifen. Das ist zwar weniger »professionell« und elegant, erspart Ihnen jedoch viel Zeit und ausgeraufte Haare. Der Wermutstropfen bei der Arbeit mit LocoMail besteht leider darin, daß alle Selektions- und Verknüpfungsmöglichkeiten nur per LocoMail-An-weisungen im Text angesprochen werden. Dieses Verfahren mag zwar notwendig sein, führt jedoch zu einer vollkommen unübersichtlichen Textgestaltung. Wenn Sie wirklich alle Möglichkeiten von LocoMail ausschöpfen wollen, benötigen Sie viel Zeit und einige Grundkenntnisse im Programmieren. Verfügen Sie über beides, werden Sie begeistert von den vielfältigen Möglichkeiten sein, die dieses Programm Ihnen bietet. Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß LocoMail eine willkommene und schon seit langem fällige Erweiterung von LocoScript ist. Anwender, die Rundschreiben an Kunden, Freunde, Vereinsmitglieder etc. versenden möchten, sind damit bestens bedient und innerhalb kürzester Zeit in der Lage, mit den dazu notwendigen Anweisungen von LocoMail zu arbeiten. Die vielfältigen anderen Funktionen — so sehr sie auch zur Anwendung reizen mögen — sind aufgrund der recht komplizierten Handhabung nicht geeignet, die alltägliche Büroarbeit zu erleichtern. LocoMail wird ab sofort über die Schneider-Fachhändler zum Preis von DM 128,— erhältlich sein. Auch die neuerworbenen PC Ws werden nicht mit LocoMail ausgeliefert; der Interessent ist also in jedem Falle auf den separaten Erwerb angewiesen. Wir werden in den nächsten Ausgaben sicher noch näher auf LocoMail eingehen. Bei entsprechend großem Interesse sollte es auch möglich sein, an dieser Stelle ein Tutorial für die gängigsten Anwendungen von LocoMail zu veröffentlichen. (W.Huske) ,CPCAI |
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